Hallo liebes Tagebuch :)

 

Mittwoch: 26. Oktober 2011

 

Der heutige Tag trägt viele Glücksmomente in sich. Erst wird die Wasserpumpe rausgenommen, es ist scheinbar nur die Dichtung, die’s rausgedrückt hat, ufff… Keine Ersatzteile bestellen. Unterdessen wärmen Phil und ich die Sonnenbrille in heissem Wasser, bis sie wieder tragfähig zusammengebogen werden kann :) Danach mit Schrecken festgestellt, dass mir mein ganzer Reisebeutel mit allen Autodokumenten, allem Geld und den sonst noch wichtigsten Sachen drin fehlt, unauffindbar. Den hab ich gestern in einer Hotelbar liegengelassen. Schnell zurück und siehe da, die nette Frau hat ihn feinsäuberlich eingepackt und hat schon auf mich gewartet. Dann noch bei all den lieben Menschen, die uns geholfen haben bedankt und verabschiedet, eine ehemalige Polizistin, nun Mutter und Hausfrau, die demnächst ein „Naturheilkräuterlädeli“ eröffnet hat uns noch auf „Saft und Guezli“ eingeladen, nun habe ich mindestens 3 Adressen, 2 Visitekarten und 5 E-Mailadressen mehr :o)

Das Unglück lässt dann leider nicht lange auf sich warten, nach 3mal Gasgeben, anhalten und kontrollieren – Wasser hält, kein Tropfen mehr – prima. Ein Paar Steinstrassen, Kurven und Kuhgitter später dann eine etwas abrupte Bremsung, gleichzeitiges Einlenken und gleichzeitiges Überholpern eines Kuhgitters, knirschruckrüttel-grrrrr, Steuerung macht keinen Wank mehr. Das Steuerrad lässt sich butterweich drehen, aber die Räder machen keinen Wank. Also wieder das Selbe Spiel, (stündlich 1 Fahrzeug, die einen halten an, andere nicht) ein Bauarbeiter bringt mich in das Dorf da man ausserhalb keinen Handyempfang hat (übrigens auch kein Rega-Notrufsignal – alles schon ausprobiert) und erneut mit dem Abschleppdienst, bis wir um halb 12 nachts wieder vor der Garage übernachten werden… Mal schauen, was der morgige Tag bringt…

Dienstag: 25. Oktober 2011

 

Einmal mehr spielen wir die Murphy-Kette durch. Wir brauchen dringend eine Tankstelle, fast kein Benzin mehr. Toll, da ist ja eine, ganz einsames Häuschen, weit und breit nichts anderes ausser Felsen und Hügel. Vollbetankt weiter. Einige km weiter stockt das Fahren, scheinbar wieder Dreck in der Benzinpumpe, und kein Lösungsmittel auf Reserve dabei. Angehalten und durchgeputzt, klappt. Weiter, erneutes Verstopfen der Pumpe – ist das schmutziges Nafta oder hat sich in unserem Tank noch mehr Dreck (Sandstaub) abgesetzt? Erneut im Neutral-Gang das Gaspedal solange durchgedrückt, bis der Motor wieder schnurrt. Da sieht man schon, wie der Boden sich mit Wasser nässt, schon wieder scheint es von der Wasserpumpe zu kommen. Aufgefüllt und weiter geht’s. Motor-Thermometer steigt plötzlich über 100°C, schnell Haube auf und Wasser nachgefüllt, mitten im Nirgendwo, 100 km entfernt vom nächsten Dorf bei eisigem Wind. Und schnell wieder eingestiegen und so weit als möglich versuchen zu kommen. Motor überhitzt wieder, das restliche Wasser eingefüllt, schnell weiter mit Ausschau nach einer Wasserquelle. 5 km weiter wieder kein Wasser mehr und wieder überhitzt der Motor (wir haben leider nicht die passenden Werkzeuge dabei und es ist sowieso arschkalt hier auf den Anden und weit und breit niemand). Glücklicherweise hält das Auto neben eines Tümpels, schnell Wasser über den Motor kippen zum Abkühlen. Danach funktionierte leider der Anlasser nicht mehr – Zwangspause. 30 Minuten später das erste Auto, hat leider keine Anhängervorrichtung und auch sonst keine Möglichkeit abzuschleppen, schenkt uns dafür seine Wasserflasche. 30 Minuten später ein Lastwagenfahrer, der uns bis zur nächsten Kreuzung 7 km weiter abschleppt. Dort stehen wir nun verkehrt auf der Strasse, wollen das enorm schwere Auto durch hin- und herstossen drehen, wobei meine über alles geliebte Sonnenbrille aus der Tasche fällt und überrollt wird! Jetzt bin ich traurig!! 30 Minuten später kommt eine nette kleine Frau mit grossen Hilux (richtiges Geländefahrzeug) vorbei und nimmt mich mit, abschleppen tut sie nicht, Phil bleibt zurück. Im Auto sagt sie mir, dass man hier niemanden abschleppen sollte wegen den Kiesstrassen, da habe man nachher Fenster, Lichter und alles kaputt.

Im Dorf sofort einen Abschleppdienst gefunden, haben Phil dann aber leider auf halben Weg getroffen, ein Lastwagen-Chauffeur hat ihn an sehrsehr kurzer Leine (keine 2m) angemacht, zwischendurch mit über 60 km über die unebenen Schotterpisten, es ging zum Glück nur das Glas eines Vorderlichtes drauf.

Nun sitzen wir demotiviert in einem Kaff fest, scheinbar nicht mal Internet und warten auf bessere Zeiten.

Mittwoch: 19. Oktober 2011

Heute war wieder ein Nervenaufreibender Tag. Früh aus den Federn und neue Pläne schmieden.

Wir sind im untersten möglichen Teil Argentiniens vor der chilenischen Grenze, nach 200km Chile kommt dann Terra del Fuego, was wieder zu Argentinien gehört. In Chile dürfen wir nicht fahren, ausreisen auch nicht. Somit fragten wir gestern noch 2 Lastwagenfahrer, ob sie zu zweit unterwegs seien und evt einen Handel mit uns eingehen. Phil fährt mit dem Einen Lastwagenfahrer mit, der andere Lastwagenfahrer fährt unser Auto und ich sitze nebendran. Das würde funktionieren und verhält, in Terra del Fuego dürften wir wieder fahren, da es ja argentinischer Boden ist. Doch damit wäre die Ursache noch nicht behoben.

Oder wir verladen das Auto auf einen Sattelschlepper für Autos, der noch Platz hat und lassen uns als Rucksacktouristen im Fahrerkabinchen mitführen (sparen so also das Benzin). Auch eine Möglichkeit.

Na erst mal halten wir noch an der alten Idee fest, dass wir die verlangten Papiere auftreiben können, aber es sieht schwierig aus, wenn nicht sogar unmöglich. Und es ist  wieder kurz davor, dass ich ausraste, dies sind alles andere als Ferien, was wir hier machen. Da kann ein Schweizer noch so viel planen und organisieren, man darf nicht vergessen, dass Argentinien ein Dritt-Welt-Land ist und das spiegelt sich im System wieder, es funktioniert an keiner Ecke. Auf der Polizei wo wir heute waren mussten wir ein Strafregister-Auszugs-Formular am Kiosk um die Ecke kaufen! Am Kiosk!?! Dem schweizer Konsulat habe ich auch noch berichtet und nach Hilfe ersucht, ohne Ergebnis (Es war übrigens der Selbe Mitarbeiter, der mich vor 3 Monaten bedient hat, als ich mich darüber informiert habe, was es zum Autokauf hier alles braucht. Damals hat er mir nicht geholfen. Heute meinte er dann, dass er das Gesetz bestens kenne, ich sei nicht der erste Schweizer mit diesem Problem. Er kann sich nicht mehr an mich erinnern. Und man bedenke, er heisst Müller oder Meier und ist durch und durch Schweizer, hat sich wohl schon zu sehr an die argentinische Mentalität aglomeriert und wischt auch nur noch vor seiner eigenen Tür). Es scheint momentan keinen Ausweg zu geben und es macht keinen Spass mehr hier. Wie haben uns also für Morgen ein Auto gemietet um wenigstens Ushuaia (auf Terra del Fuego) zu bereisen, was eines der ganz grossen Ziele unsere Reise ist, es ist die südlichste bereisbare Stadt der Welt, danach kommt nur noch die Antarktis.

Das Traurige am Ganzen ist nur, dass wir uns ein Auto gekauft haben, das Geld also dort angelegt ist und wir nun in einem Land eingesperrt sind, wo nicht mal die Hälfte der sehenswerten Reiseziele liegen, die wir uns hart erarbeitet und geplant haben :(

Und dies ist für mich nicht eine Art von "Lebenserfahrung machen", das sind Erfahrungen, die man schlicht und einfach nicht braucht im Leben. Ein kleiner Trost: hätten wir von Anfang an ein Auto gemietet, wäre uns das sehr viel teurer gekommen, niemals hätten wir eine solche Reiseroute mit einem gemieteten Auto machen können. Auch die Option ein europäisches Auto zu importieren hätte uns 20'000 sFr für Hinterlegungen gesperrt, die wir schlicht und einfach nicht gehabt hätten.

Somit schauen wir etwas betrübt und unglücklich in die Zukunft und schauen, was sich noch machen lässt, ich bin froh, wenn wir diesen Misthaufen von Bürokratenkackern hinter uns lassen können. Und Ursache allen Übels ist der gute, nette Anwalt aus Buenos Aires. Er hat's bestimmt nicht böse gemeint, aber halt seine Arbeit nicht gemacht und die Abklärungen zum Startschuss der Auto-Odyssee nicht sorgfältig ausgeführt, sonst hätten wir all das hier vermeiden können. Andererseits war ich damals auch überaus froh, dass mir jemand eine helfende Hand reichte. Er versucht uns nun mit allen Mitteln zu helfen, aber auch er kann nun nichts mehr in Bewegung setzen, da die Staatssysteme langsam und beschwerlich laufen.

Noch die Kurzfassung von Heute:

Erst wieder auf den Polizeiposten und alle Dokumente (ausser diejenigen, die erst von der Schweiz aus angefertigt werden müssen - Strafregisterauszug) abgeben, danach Fingerabdrücke anfertigen (das geht mir bedeutend zu weit in die Privatsphäre, aber man wird in diesen Strudel reingesaugt, verfolgt energisch ein Ziel mit dem Glauben an das Gute, aber irgendwann glaubt man nicht mehr). Jetzt können wir weiterreisen, das fehlende Dokument dürfen wir per E-mail senden. Auch hier muss man wieder erwähnen, dass wir eine Sonderbewilligung dazu bekommen haben, da wir vom "schweizer Fernsehen" sind, sonst würden wir auch hierfür ca 1 Monat benötigen. (In unserem Fall dauert es nun eine Woche).

Danach nochmals auf dem Migrationsamt (sehrsehrsehr unfreundliche Mitarbeiterinnen, ich habe sie eine volle Stunde von ihrer Arbeit abgehalten, habe mich nicht vom Stuhl wegbewegt und immer wieder erwähnt, dass ich es wenigstens verstehen möchte, was sie von mir verlangen und erst nachdem schon alle Wartenden im Raum (ca 8 Leute) mich böse anschauten und ich mich halt trotzdem nicht vom Fleck bewegte habe (zu erwähnen: sie haben nur einen einzigen Stuhl, der bedient wird), und weiterhin mit Stift und Blatt vor den 2 energischen Hexen verharrte mit der Bitte, Punkt für Punkt mit mir durchzugehen, mussten sie sich schliesslich geschlagen geben und mir alles "tubelisicher" erklären - ja, es klingt nicht nur so, es war auch sehr kraftraubend. Endergebnis: Wir müssen die Gesuche um Residenz in Argentinien auf dem Migrationsamt im Wohnbezirk machen (meine angemeldete Wohnadresse ist in Buenos Aires, also 2000km entfernt). Die Unterschriften auf einem Notariat oder einem externen Migrationsamt zu machen gehe nicht, keine Chance, auch nach Chef-Gesprächen nicht. Das bedeutet, wir MÜSSTEN nach Buenos Aires zurück für diese Formalitäten (das wissen wir noch nicht, ob wir das machen).

Danach die ganzen telefonischen Verhandlungen mit dem Anwalt, der mir wieder alles von einem anderen Gesichtspunkt aus erzählt, dann mit dem Konsulat, dann noch all die nervigen Möchtegern-Besserwisser "woher kommt ihr? was ist denn passiert? ja, aber vielleicht könnt ihr ja...!?!" - ach lasst mich doch alle in Ruhe!!!

Zum Abschluss des Tages der übrigens mit einem Aspirin angefangen hat fahren die Argentinier nun wie die Verrückten mit bunt geschmückten Lastwagen, hupend und kreuz und quer über die Einbahnstrassen verteilt, chaotisch und nervig, mit Warnblinker und externen Musikboxen mit Wahlparolen, wie tollwütige Hornochsen (was sie dann ferner auch sind!) umher, und das nur weil am Sonntag Präsidentschaftswahlen sind. Ein Tag der wohl auch wieder mit Kopfschmerzen im Schlaf endet.

Dienstag: 18. Oktober 2011

Wieder früh aufgestanden und zum Polizeichef, eine Extra-Einladung, wow… Er möchte uns schnellstmöglich helfen und ist bemüht uns Punkt für Punkt aufzuschreiben, welche Dokumente etc benötigt werden. Durch die Zeitverschiebung Schweiz/Argentinien sind die Ämter hier leider nicht zur gleichen Zeit offen wie zu Hause, also müssen wir auf morgen warten, wir brauchen Strafregister-Auszug, Geburtsschein, Passkopien und Passfotos, eine kleine Gebühr muss natürlich auch bezahlt werden.

Dann gehen wir heute noch Fotos schiessen, Kopien machen und mal schauen, was der Tag noch bringt.

Montag: 17. Oktober 2011

Diesen Tagebucheintrag nenne ich liebevoll „Auto-Odyssee 2“ – der Schrecken geht weiter!

Am Samstag also als letzte den Zoll verlassen und etwas niedergeschlagen zum Schlafplatz am Rio Gallegos gefahren. Am Sonntag hat Phil noch einige Sachen am Auto in Ordnung gebracht, Heizungsknöpfe repariert, Autoritzen zugeklebt (da es hier Nähe Antarktis ziemlich kalt durch alle Öffnungen zieht) etc. Ich verbrachte die Zeit im Internet (an der Tankstelle – nachfolgend nur noch YPF genannt), Skype mit Carol, damit er uns von der Schweiz aus helfen kann: Er will morgen mit dem argentinischen Konsulat in der Schweiz Kontakt aufnehmen, er hält es für einen schlechten Witz und es könne nicht stimmen, die würden uns hier bloss abzocken wollen. Danach rief ich Anika (Chefin der Schule in Buenos Aires) an, ob sie für mich das ganze Problem ihrem Mann Antonio (der Anwalt) übersetzen könne. Er wollte die Geschichte dann aber von mir persönlich nochmals hören, bis ich schliesslich kein Guthaben mehr auf dem Handy hatte. Also fuhren Phil und ich noch etwas durch die Stadt auf der Suche nach Telefonkarte, Liquid-Stopper für das letzte kleine Leck im Radiator, und schliesslich fuhren wir schon die ein oder andere Adresse an für morgen Montag.

 

Am Montag Morgen quälten wir uns früh aus dem Bett, zur YPF zur allgemeinen Stärkung, dann ab zur „AFIP“ = Zoll-/Steuerbehörde, diese schickt uns nach Anhören unseres Problemes zu ihrem Chef, dessen Büro mehr im Stadtinneren liegt. So gingen wir also zur „Aduana“ = Zollbehörde in der Stadt. Dort lässt der Chef erst mal 1h auf sich warten, bis er uns dann empfängt. Inzwischen haben wir uns eine glaubwürdige Geschichte als Druckmittel zusammengelegt. Phil arbeitet als Kameramann und hat sein eigenes Geschäft in der Schweiz (entspricht der Wahrheit), also hat er einen Presse-Ausweis. Nun sind wir auf offizieller Länder-Erkundungs-Exkursion im Auftrag des schweizer Fernsehens „Sportkanal“ als Vorreportage der Dakar-Really, die nächstes Jahr vom 1.1.-15.1.2012 in Argentinien/Chile/Peru stattfinden wird, also genau in den Ländern, in die wir nicht reisen können, also können wir die Reportage nicht machen, wenn sie uns nicht ziehen lassen. Der Chef des Zolls war schnell beeindruckt und will uns helfen, merkt aber nach Rücksprache, dass er sich nicht über das bestehende Gesetz hinwegbewegen darf und hat uns dieses gütigerweise ausgedruckt. Ich benötige eine „Residencia“ = temporäre Aufenthaltsbewilligung, diese muss ich beim Migrations-Amt beantragen.

Gut, zum Migrationsamt und nochmals dieselbe Geschichte erzählt. Diese Kontrollieren nun alles auf Herz- und Niere, schnell noch ein Telefonat an Carol (für den Fall, dass die Herrschaften anrufen sollten, solle er sich als Redaktor ausgeben). Einen Vertrag vom schweizer Fernsehen haben wir nicht, dieser würde unser Anwalt in Buenos Aires aber ausstellen für uns, falls wir diesen bräuchten, der Lacht sowieso schon, als ich ihm das Ganze am Telefon erzählte, dass wir jetzt in offizieller Mission unterwegs seien. Er meint nur, dass wir so mehr Chancen hätten als er mit Doktor-Abschluss des Jura-Studiums – Phil hat zum Glück immer so aufregende und tolle Ideen :)

Beim Migrationsamt scheint alles in Ordnung, doch eine junge unfreundliche Frau versucht uns abzuwimmeln: Wir hätten ein Touristen-Visum, also können wir Ein- und Ausreisen als Personen ohne Probleme, das Problem sei das Auto, aber dafür sei das Migrationsamt nicht zuständig. Falls wir also eine Aufenthaltsbewilligung möchten, daure dies mehr als 1 Monat. Auf die Bitte, etwas langsamer zu sprechen reagiert sie nicht, also frage ich nach, sie erklärt alles nochmals – 10 Minuten länger, gleich schnell… ich frage nach – sie erklärt alles nochmals – 10 Minuten länger, gleich schnell… ich frage nach, dann spuckt sie schon beim sprechen, sie könne mir nicht helfen, und bezieht alle Wartenden im Saal in die Diskussion mit ein… ich frage nach, erneut mit der Bitte, sie solle doch etwas langsamer sprechen, sonst würde ich mit ihr nur noch schweizerdeutsch sprechen und dann würde sie mich gar nicht mehr los! Sie versucht mich abzuwimmeln, ich sage „gut, setzen wir uns an den Tisch und schreiben jeden Satz einzeln auf, damit ich dummer Ausländer es auch verstehe, denn ich bin überzeugt, dass sie mir helfen könne“. Endlich läuft sie weg und holt einen Flyer, was man in unserem speziellen Fall als Presseleute braucht um eine „dringende Aufenthaltsbewilligung“ zu erhalten. Mit dieser verlassen wir den Raum.

Zurück in der YPF fotografieren wir diesen, weil er alles andere als ausländerfreundlich geschrieben ist, keine Ahnung, was für Dokumente ich da nun brauche, und senden die Fotos Antonio. Dieser schreibt zurück, wir müssten zur „Policia Federal“ = Staatspolizei gehen um einen Strafregister-Auszug zu erhalten. Zuerst gehen wir aber nochmals zur „Aduana/Zoll“, um uns im Namen der Presse zu beklagen, warum dieses System in Argentinien eigentlich nicht funktioniere und wir wollen die Adresse ihrer Vorgesetzten und werden uns darum bemühen, dies publik zu machen. Nachdem die Sekretärin und der möchtegern-Stellvertreter uns nicht loswurden, kam der Chef dann schlussendlich auch nochmals angeschlichen und versorgte uns mit den letzten wichtigen Infos: Er könne uns keine Spezial-Bewilligung geben, auch wenn wir schlecht über das Land berichten werden, es sei das Gesetz (nun glaube ich es ihm aber auch, habe schliesslich sehr lange ziemlich provoziert um alle wichtigen Daten zu erhalten). Sie nannten mir endlich den Grund für dieses Gesetz: Chile/Peru/Bolivien sind nicht im „MercoSur = Gemeinsamer Markt Südamerikas“, also so ähnlich wie die „EU“ oder eben der „Kantönligeischt“, unüberwindbar. Ein kleiner Lichtblick im Ganzen, Brasilien/Paraguay/Uruguay gehören zum MercoSur, in diese Länder können wir mit unserem Auto und den Papieren, die wir haben problemlos ein- und ausreisen so oft wir wollen. Und nochmals bestätigte er, dass die Ämter hier NICHT miteinander kommunizieren, was ich ihm dann noch etwa 10 mal mit Nachdruck zu verstehen gab, dass man das für die Zukunft ändern müsse und wenn er sich nicht darum bemühe, dies seinen Vorgesetzten zu melden, werden wir das machen, öffentlich.

Danach sind wir zur Staatspolizei, wo sich sehr schnell 4 Leute, vom Angestellten bis zum Chef für unser Anliegen interessierten und uns nochmals Tipps gaben: Das Beste wäre, das Auto zu verkaufen und ein anderes zu mieten, damit hätten wir keine Probleme (das haben die an der Grenze auch schon gesagt und andere Leute in der YPF auch). Aber wir haben doch nicht den ganzen Auto-Kampf auf uns genommen um nun hier zu scheitern wegen eines idiotischen Gesetzes und deswegen soo viel Geld in den Sand gesetzt…! Sie meinten noch gutwollend, wir sollen den Strafregisterauszug von der Provinz (Kanton) und nicht vom ganzen Land bestellen, weil dieser sonst von Buenos Aires ausgestellt werde und das könne bis zu 40 Tage dauern. Dann schickten sie uns mit unserem Problem weiter zu einem anderen Polizeiposten, dieser wiederum zum nächsten um die Ecke, bis wir endlich richtig platziert waren.

Dort wurden wir auch sofort ernst genommen und angehört. Unser Anliegen werde leider nur am Morgen behandelt und die zuständige Chefin sei nicht mehr im Haus, er rief sie aber privat an, um uns genauere Infos geben zu können. Wir sollen morgen früh um 9 Uhr erscheinen, mit ihr nochmals alles besprechen und sie werde sich darum bemühen, uns die schnellstmögliche Lösung zu ermöglichen.

Kaum aus dem Polizeigebäude möchten wir noch eine Kleinigkeit für das Auto kaufen, dabei entdecken wir Wahlpropagandas und ein Wahlbüro (scheint zumindest so). Phil hat wieder eine tolle Idee. Wir gehen rein und möchten wissen, wo wir die Presidentschafts-Kandidaten treffen könnten um unser Problem über das öffentliche, problematische Staatssystem anzusprechen. Eine nette Frau winkt uns zur Seite und gibt uns die Daten des Wahl-Büros eines direkten Präsidentschafts-Kandidaten, der gross gehandelt wird hier, da er aus dieser Stadt kommt. Dort klopfen wir auch gleich daraufhin an und erkundigen uns nach der Kontaktperson. Die nette Frau sagt, dass sie uns helfen könne, aber der Zeitpunkt sei schlecht, am Sonntag seien die definitiven Wahlen und somit seien alle mit Wahlkampf beschäftigt und hätten selbst für unser wichtiges Anliegen im Moment keine Zeit.

Zurück in der YPF hilft uns die Chefin hier: Der Herr ganz hinten in der Ecke, der am Kaffee und Gipfeli sitzt ist ebenfalls ein Chef der AFIP. Sie erklärt ihm unser Problem. Dieser kennt die Neuerung des Gesetzes (datiert auf 2009) ebenfalls noch nicht, liest sich die Seiten kurz durch und bestätigt, dass wir korrekt vorgehen und ausharren müssen, wenn wir mit unserem eigenen Auto nach Chile reisen möchten. In der Zwischenzeit könnten wir hier ein Auto mieten und Terra del Fuego auf diese Weise besuchen, dann Ende Woche zurückkommen, dann seien die Papiere bestimmt hier und wir könnten weiterziehen. Er brachte mich auch auf folgende Idee: Ich schrieb nochmals eine E-Mail an Antonio, dass er als Anwalt evt einen Mietvertrag machen könnte. Ich würde ihm mein Auto verkaufen und er vermietet es mir daraufhin wieder und so hätten wir keine Probleme und keine Einbussen. Er solle das bitte mal checken. Gesagt – getan: geht nicht, dafür muss man im „Zoll-Register“ eingetragen sein als Auto-Vermieter und das kann er nicht. Dafür konnte er einen der 2 Punkte die das Migrationsamt verlangen für uns erledigen, wir sind nun in diesem Land zumindest auf Papier Arbeiter, die Bestätigung liegt bei ihm. Jetzt warten wir mal ab, was morgen passiert.

Zumindest ist unsicher, wo wir ohne den Presse-Ausweis von Phil stehen würden, als normale Touristen hätten sie uns bestimmt längst auf der Strecke verhungern lassen.

Samstag: 15. Oktober 2011

 

Auch nach mehrmaligen Kontrollieren und vorsichtigem Fahren, das Auto hält. Heute will ICH fahren (etwas mehr als 900 km bis zur chilenischen Grenze), um das Vertrauen zum Auto wieder zu haben. Und bei der Gelegenheit testen wir auch mal, wie weit man kommt mit einer Tankfüllung Nafta, bis zum bitteren Ende :) Nein, das Ende war nicht bitter, sondern dreckig - Anfängerfehler -, natürlich hat der Tank ganz unten Dreck drin, der nun im System, der Pumpe etc klebt, Motor verreckt bei jedem Neustart... hmmm... (zum Glück haben wir noch Gas) Bei der Tankstelle dann erneut Wassertropfen Nähe Wasserpumpe, verflixt! Wieder ist Samstag Abend um 18 Uhr, wieder haben wir einen Mechaniker im Städchen aufgesucht, der uns schnell helfen konnte. Einmal Reinigungsmittel in den vollen Naftatank und dann langsam durchputzen, zudem war eine "Briede" eines Wasserschlauches schräg, deshalb tropfte Kühlerwasser raus, uuuffffff, Glück gehabt. Alles wieder funktionsfähig und schnell weiter geht die Reise.

Dann die eiskalte Ernüchterung. Am chilenischen Zoll kein Einlass! Wieso denn DAS bitteschön? Ich sei Ausländer und dürfe mit einem argentinischen Auto nicht aus dem Land, ich dürfe in Argentinien überall hinfahren, problemlos, aber die Grenze dürfe ich nicht verlassen. Ich fragte mehrmals nach, was der Grund dafür sei, ob sie denken, ich würde das Auto verkaufen im Ausland, oder ob sie denken, ich sei mir meiner Verantwortlichkeit im Ausland zur Aufsicht über mein Auto nicht bewusst, oder was der Grund sei, ich würde ihnen jeglichen Vertrag unterzeichnen, dass ich das Auto nach dem Ausland-Aufenthalt auch ganz bestimmt wieder zurück nach Argentinien führe. NEIN!!! Das gehe nicht, das sei so geregelt. Ich diskutiere natürlich weiter: Ich habe mich in Buenos Aires über Anwalt informiert, der Polizei - dem Strassenverkersamt - dem Verkäufer der Autoagentur - dem AFIP (und das ist die wichtigste dieser Instanzen - etwas Ähnliches wie die Steuer-Zoll-Behörde) - der Zürich-Versicherung (eine Versicherung für alle Länder namentlich erwähnt, die wir bereisen wollen) - all diesen den Reiseplan mehr oder weniger detailliert vorgetragen um allen Problemen vorbeugen zu können und jetzt DIES!

Der ausführende Mitarbeiter hatte längst Mitleid und hätte uns am liebsten ziehen lassen, doch die dumme Kuh nebenan (gross angeschrieben als Mitarbeiterin der AFIP) mischt sich ein, dass wir eben NICHT ausreisen könnten, sie hole nun den Chef. Den interessiert unser Problem herzlich wenig, auch nach mehrmaligen Nachfragen meinerseits, ob er mich verstehe und ob er mir denn helfen könne, einen Weg zu finden, das Problem zu lösen. Er zückt die Schultern und meint, "nein, es gehe halt einfach nicht, die einzige Möglichkeit, die ich hätte, sei, einem Argentinier die Autorisation über mein Fahrzeug zu geben, vertraglich. Dann dürfe ich als Beifahrer ausreisen. Aber der Argentinier verpflichtet sich, im Ausland zu fahren, ich dürfe dann nicht ans Steuer, und so könne ich meine Reiseziele besuchen!" Wixxer!!! Oder ich könne überall in Argentinien an die Grenzen fahren und von dort mit den ÖV jeweils über die Grenzen zum Reiseziel...

Ein kurzes Einnicken des Kopfes, ein paar Besprechungen mit Phil, scheinbar keine Chance, heute noch rauszukommen, fragte ich halt nochmals etwas doof nach, ich sei Ausländer und verstünde es nicht. Ich Ausländer - Wohnort Buenos Aires - Identifikationskarte der AFIP mit dem Vermerk "zum Autokauf" - kaufe ein Auto in Argentinien - frage bei ALLEN öffentlichen Ämtern nach - kaufe eine Autoversicherung für Argentinien/Chile/Peru/Bolivien/Brasilien/Paraguay/Uruguay - und dann KEIN AUSLASS?!? Der Chef und die dumme Kuh sagen mir in allem Ernst, das das korrekt sei, da all diese Instanzen diese Regelung nicht kennen würden! Selbst die AFIP in Buenos Aires habe nichts mit der AFIP am Zoll zu tun, sie arbeiten unabhängig in der gleichen Firma - aber die geschätzen Herrschaften im Landesinnern wüssten das nicht. Da betitelte ich Argentinien schlussendlich als das, was es ist, dumm dähmlich idiotisch... die dumme Kuh nennt mich mehrmals "Señor", was man jungen Leuten nur sagt, wenn man sauer ist. Ich muss Dampf ablassen und sage ihr, das Scheiss-System (und sie soll mich nicht unterbrechen) funktioniere einfach nicht in Argentinien und das Problem sei nicht ich als Ausländer sondern die schlechte Kommunikation. Dann fängt die dumme Kuh an von Europa - musste sie gleich bremsen und sagte nur "Schweiz", sie solle gefälligst von "Schweiz" reden, wenn sie mir was sagen wolle, da verstummt sie wieder. Ich erwähnte nur nochmals mit Nachdruck, "die Schweiz funktioniert, Argentinien = Idiotie" ... ade und ciao!

Freitag: 14. Oktober 2011

Am Morgen noch nicht, doch dann um 15 Uhr traf endlich unsere so lange ersehnte Wasserpumpe in Puerto Madryn ein, sofort eingebaut, die Bremsen wurden noch nicht mitgeliefert, aber darauf schei... wir jetzt, die Alten funktionieren ja noch. Und dann in Windeseile aus der Hafenstadt Richtung Ushuaia (Terra del Fuego), das Auto läuft! :) Übernachtet haben wir hinter vielen Lastwagen auf einem Kiesplatz einer der unzähligen Tankstellen.

 

 

 

Montag: 10. Oktober 2011

Also langsam wird es schwierig mit dem Nerven-Behalten. Aus Stunden werden Tage, aus Tagen Wochen. Wenn nun alles klappt, verlieren wir durch den Wasserpumpenschaden 10 Tage. Die letzten 2 Nächte haben wir in der Garage geschlafen, bei frischfreundlichem Öl-Benzin-Frischfarb-Gestank, Aspirin sei dank. Heute morgen dann extra um 7 Uhr aus dem Auto gequält, damit wir die Arbeiter nicht stören, wenn die um 8 Uhr eintreffen. Um halb 9 immer noch keiner da, um 9 auch nicht, um halb 10 dann langsam mit Anschiss aus der Garage geschlichen und zugesperrt. Alle Läden sind zu, unser Lieblings-Beck auch. Im Tankstellen-Shop klärt uns die Angestellte auf, dass heute Feiertag in Argentinien sei. Laut Automech sei dies ein provinzialer Feiertag in Buenos Aires, aber nicht hier im Süden, tja, vergebens aufgestanden, man hat es uns halt einfach vergessen zu sagen. Also wieder ein Tag zur Sau, die Laune erst mal vermiest und mit bewölktem Wetter (halb Regen halb Sonne) wieder ein planloses Totschlagen der Zeit...

Mittwoch: 5. Okbober 2011

Heute Morgen holten wir um ca 10 Uhr erneut das Fahrzeug beim Mechaniker ab. Die Arbeit des Schweissers sei nicht gut gewesen, er habe es nun verbessert. Na gut, jetzt möchten wir aber gerne mit einem Mechaniker eine Testfahrt machen. Na gut, die Mechaniker wollen nicht mit, also kommt halt ein anderer Bastler auf den Beifahrersitz und ich hinten auf die Schlafsäcke. Bisschen aus der Stadt raus dann mal endlich kurz auf's Gas gedrückt, bei ca 70 km/h ein Knall mit Folgen! Der nette Schweissmensch (den wir ohnehin schon zu hassen gelernt haben, da er uns gestern zu viel für seine Arbeit die schlussendlich für die Hunde war verrechnet hat - und das nur, weil er wusste, dass wir aus der Schweiz kommen - Arschl....lassen wir das). Die Motorhaube hoch und siehe da, der Dichtungsring zwischen Wasserpumpe und Fentilator fehlte, sodass es diesen verkeilte und einmal durch den Motorraum schleuderte, den Radiator zersägte, ein Blatt verkrümmte und zudem hält die Wasserpumpe immer noch nicht dicht. Stolz brachten wir die 3 Teile dem Schweissmenschen, nun darf er weiterarbeiten und wird keinen Rappen mehr sehen von uns. Unser Mechaniker (Daniel) ist stinkesauer auf ihn und unterstützt uns. Nun haben wir von Buenos Aires eine neue Wasserpumpe bestellt, somit sitzen wir 2 Tage fest hier.

Ps: wie viele Stunden wir heute gelaufen sind (bis wir endlich ein Taxi fanden), am Strassenrand gesessen, gewartet und geschwitzt haben, lassen wir jetzt mal aussen vor.

Der Radiator nach der "kleinen" Panne!

P1060477.1

Neue Bremsklötze für vorne haben wir auch gleich noch bestellt, die sind nämlich ungleich abgefahren und halten bestimmt auch nicht mehr lange. Und mit solchen Bremsen möchten wir nicht über die Anden fahren und über Boliviens Todesstrecke den Felsabhängen entlang... Bammelbammel...Die werden demnächst also auch noch erneuert.

Dienstag: 4. Oktober 2011

Erst flickt Phil am Morgen den Wasserschlauch des Autos. Voller Freude, das Problem selber behoben zu haben fuhren wir weiter. In Puerto Madryn dann mal angehalten um das Wasser etc zu kontrollieren, Mist, schon wieder auf dem Trockenen. Na gut, nochmals nachgefüllt und dann durch die Stadt gefragt, wo ein guter Mechaniker sei. Den Rest des Tages verbrachten wir bei ihm, die Wasserpumpe ist defekt und könne frisch abgedichtet werden, das müsse man noch nicht auswechseln. Na gut, wieder ein paar nette Leute kennengelernt und viiiiel über Autos gelernt, ich glaube, ich übernehme die Garage von Papa wenn ich nach Hause komme ;) So eine Bastelstube hat schon seinen Reiz...! :o) Am Abend noch eine kurze Testrunde ohne Mechaniker gemacht, da das Auto als stabil bezeichnet wurde. Dieses macht nun Geräusche, das es vorher noch nie gemacht hat, beängstigend. Zurück zur Garage gestottert und ein kurzer Moment später zeigt die Innenleuchte über 120° C im Motorraum an - Glück gehabt, standen wir bereits vor der Garage und konnten das Auto gleich dort lassen zur erneuten Revision.

Die Feuerzeuganzünd-Stecker scheinen weiter nicht zu funktionieren, zeigen aber bei der Kontrolle jeweils 12 Volt Spannung an, jedoch kann ein I-Phone über den Anzüder per USB-Adapter nicht geladen werden, das übersteigt unser Wissen nun doch. Schlussendlich liegt es wohl daran, dass von der Batterie nur 65 Ampäre kommen, was für das Handy zu wenig ist, bööö? keine Ahnung?!? Liegt wohl daran, dass die alten Amerikaner (94er-Jahrgang) einen andere Stromstärke besitzen, ich weiss doch auch nicht. Zumindest funktioniert jetzt mein Wasser-Sieder-Zigaretten-Anzünd-Adapter wieder um beim Fahren Heisswasser zu machen, juhui... !!! :o)

Montag: 3. Oktober 2011

Heute sind wir auf dem Gipfel der Pensínsula Valdés aufgewacht mit schönem Sonnenaufgang und Sicht auf die Stadt Pyrámides, ein Fischerdorf das sich inzwischen durch Tourismus (Wale besichtigen mit Booten) sein Geld verdient. Drei grosse Camping-Fahrzeuge haben wir gesehen und nach Tipps gefragt, ein deutsches Freundespaar führte uns zu einer abgelegenen Bucht von wo aus man die Wale bestens beobachten konnte, auch ohne teure Touristenboot-führung.

Unser Auto liegt leider schon wieder trocken, aber mit Auffüllen warten wir jetzt mal einen Tag und geniessen die Ruhe.

Sonntag: 2. Oktober 2011

Die Reise hat begonnen! Endlich haben wir alles um zu starten, einfach raus aus der Grossstadt Buenos Aires. Am Freitag Nachmittag bei allen verabschiedet und nochmals zum Mechaniker (Gustavo) gefahren um uns zu verabschieden. Mein erstes Mal, dass ich zum Ritual des Mate-Trinkens (eine freundschaftliche Geste und Tradition in diesem Land) eingeladen wurde - echt toll (aber bitter das Zeugs)! :)

Nachdem wir (Phil aus der Schweiz und ich) die Auto-Odyssee überstanden haben und nun mit der alten Schwarte (also das Auto, diesmal nicht Phil gemeint:) unterwegs sind, hatten wir natürlich schon die ein oder anderen Pannen. Gestern im Dunkeln zu fahren war eine Herausforderung, also haben wir uns gleich in der nächsten Stadt 2 Zusatzscheinwerfer mit 100 Watt befestigen lassen, jetzt sehen die Anderen nichts mehr, hihi :P

Heute (Sonntag) Morgen wollten wir einen Camion überholen, mit GNC (Gas-Antrieb) braucht man Stunden dafür, hat einfach keinen Pfupf... aber ist halt günstiger zum Fahren als mit Nafta (So ähnlich wie Diesel, einfach noch bisschen teurer als Benzin). So stellten wir kurzerhand auf Nafta, überholen den Camion und gleich wieder zurück auf GNS. pfupfpfuffbrrrrpffffuppprrffff - geht nicht, keine Gasfunktion verfügbar... Mist ... Sofort wieder auf Nafta um vor dem Camion bleiben zu können. Beim nächsten Stop dann unerwartet festgestellt, dass zusätzlich kaum noch Wasser im Motor ist. Aufgefüllt, 50 km weiter wieder leer, hmmm... Also sind wir in die nächst grössere Stadt um die 2 Probleme zu beheben - Sonntag. Alle Läden zu.

Ein nettes Männchen am Strassenrand (um die 60) konnte uns dann helfen, ein Gesichtsausdruck einem Puppenspiel ähnlich, einfach zum Mitlachen, rief schnell beim Nachbar an und schwupp hatten wir einen Nafta-Mechaniker und einen Gas-Heini, die uns zu Hilfe standen. Also - mit Gas darf man nur ca120 fahren, mehr geht nicht - Anfängerfehler - und ausgelacht haben sie uns, grummelgrummel...:( Die Wasserpumpe hat zudem ein Loch, dafür haben wir dann den übernächsten Nachbar beim Grillieren mit Familie gestört, da der das Ersatzteillager-Geschäft führt. Dieser hat leider kein adäquates Stück auf Vorrat und allgemein braucht eine Bestellung ca 24 h bis sie hier eintrifft (bestellen kann man aber erst am Montag), sodass wir leider nicht warten können. So fahren wir nun halt weiter mit kaputter Wasserpumpe, übergangshalber haben wir "Leck-Stopper" ins Wasser gekippt... tropft schon viel weniger! :) Wir werden wohl in der nächsten Stadt morgen wieder nachfragen.

Heute haben wir es nun noch nach "Peninsula Valdés" geschafft. Laut aller Munde sollen dort zu dieser Jahreszeit Wale kreuzen und Pinguina am Strand anzutreffen sein - wir sind ja mal gespannt :)

Übrigens, Schlafen im Auto ist trotz Gerümpel, Gastank und defekten Autositz-Motoren wunderbar möglich, Phil oben und ich unten - nein - nicht so wie ihr jetzt wieder denkt - wartet nur ab, bis die Fotos ins Netz kommen, dafür haben wir heute leider keine Zeit mehr... :)